Biotechnology in Animal Husbandry 2003 Volume 19, Issue 3-4, Pages: 77-85
doi:10.2298/BAH0304077K
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Zur wirtschaftlichkeit der schafhaltung

Kohn R.

(nemački) Schafe zählen zu den ältesten Nutztieren überhaupt. Als Wiederkauer sind sie für die Verwertung von Futter mit geringer Nährstoffkonzentration besonders geeignet. Ihre Haltung ist vor allem auf solchen Flächen von Vorteil, auf denen aus Gründen der Bodenfruchtbarkeit, der Flachenbeschaffenheit oder des Klimas der Anbau von Marktfrüchten weniger wirtschaftlich ist. Gegenüber dem Rind sind insbesondere folgende Vorzüge der Haltung von Schafen herauszustellen: - die Standortunabhängigkeit durch die hohe Marschfähigkeit ( Wander - schaferei ), - die Verwertung von Futter auf Trockenrasen, Hutungen, Gebirgswiesen, Weidelandschaften, Moorwiesen, Wegrändern, Splittergrasflächen, Deichen ( Landschaftspflege ), - die Aufnahme und Verwertung von Ernterückständen auf dem Acker ( Nutzung von absolutem Schaffutter), - der eine dichte Grasnarbe fördernde Verbiβ und der bodenfestigende Tritt mit besonders günstiger Wirkung beim Küstenschutz ( Deichschaferei ) und - der Kälteschutz durch die Wolle. Bestand die wirtschaftliche Bedeutung der Schafhaltung in Deutschland in der Vergangenheit neben dem Fleisch und der Milch hauptsachlich in der Erzeugung und Nutzung der Wolle, so stehen gegenwärtig die Lammfleischerzeugung und die Landschaftspflege mit Schafen eindeutig im Vordergrund. Ausgehend von der Tatsache, dass der Umfang der landespflegerisch zu nutzenden Flachen gröβer wird und der Selbstversorgungsgrad mit Schaf- und Ziegenfleisch in Deutschland bei nur rund 50 % liegt, ist nach wie vor von einer hohen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Schafhaltung auszugehen. Die Wirtschaftlichkeit der Schafhaltung wird sowohl von den natürlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen als auch vom tierischen Leistungspotential und dem Herden -und Betriebsmanagement bestimmt. Zur Beurteilung der wirtschaftlichen Situation wurde die Schafhaltung in vier Betrieben in Sachsen / Anhalt analysiert. Die Betriebe stellen sich wie folgt dar:.

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